Zazie und Verlag

Zazie fegt als Protagonistin durch Raymond Queneaus Roman "Zazie dans le Métro", der 1959 bei Gallimard erschien und den Louis Malle ein Jahr später verfilmte. Die 12-jährige Göre aus der Provinz wird von ihrer Mutter übers Wochenende bei Onkel Gabriel in Paris abgegeben. Zazie will am liebsten Metro fahren, nur wird diese gerade bestreikt. Kein Grund für Zazie, nicht trotzdem auf eigene Faust loszuziehen. Neugierig stromert sie durch Travestieshows, beobachtet Entführungen, gerät zwischen Kneipenschlägereien und begegnet Touristengruppen, sprechenden Papageien und einer Menge durchgeknallter Pariser. Den platten Annäherungen ihrer Bekanntschaften erwehrt sie sich auf ihre Art: "Ein süßes Kind." - "Scheiß auf das süße Kind." Am Ende ihres Streifzuges ist Zazie müde, aber viele Abenteuer reicher.

Der Zazie Verlag wurde 2005 von den beiden Frankfurter Journalisten Nina Schellhase und Christian Sälzer gegründet. In ihm machen sie, was sie wollen: Bücher, wie sie sie mögen. Das Ganze passiert nebenberuflich, also meist am Abend und am Wochenende. Bislang haben sie in dem Zazie Verlag drei Bücher herausgebracht, allesamt Kochbücher. Sie sind selbst gespannt, wie und womit es weitergeht.